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18.März 2014

HAFENNIEUWS


Fluxys und Mattheeuws öffnen LNG-Markt für LKW

Gasinfrastrukturunternehmen Fluxys und logistische Gruppe Mattheeuws durchbrechen den Teufelskreis der flüssigen Erdgas (LNG) Versorgung als Brennstoff für Straßenverkehr. Mattheeuws kauft 26 LKW auf LNG, Fluxys baut gegen Sommer bei Mattheeuws in Veurne eine offene Tankstelle die von dem LNG-Terminal in Zeebrügge beliefert werden soll. Die Zusammenarbeit sorgte für den Green Truck Award bei den Transport & Logistik Auszeichnungen 2014. Das LNG-Terminal (Liquified Natural Gas) von Fluxys in Zeebrügge wurde 1987 zur Sicherung der nationalen Erdgasversorgung gegründet, wuchs aber inzwischen zu einer zentralen Drehscheibe für ganz Nord-West-Europa. Das belgische Fluxys ist in acht Ländern anwesend. Das Terminal in Zeebrügge ist an das europäische Pipelinenetz angeschlossen. Daneben können die 80 Mitarbeiter den kleinsten bis zum größten Erdgastankwagen annehmen. Seit 2008 werden dort auch Schiffe und Tankwagen beladen.

Kapazität für 4.000 Tankwagen

„Letztes Jahr kamen hier mehr als 800 Auflieger LNG für Industrie, Schiffe und Tankstellen laden, vor allem für Großbritannien, Niederlande, Deutschland und Polen. Dieses Jahr ist bereits mehr als das Doppelte gebucht. Das verursacht keine Probleme, denn wir haben eine Kapazität um 4.000 Tankwagen zu befüllen“, erzählen Kommunikationsmanager Rudy Van Beurden und Werksleiter Stijn Maelfeyt von Fluxys.

„LNG stellt eine hervorragende Alternative zu Diesel dar, nun da Europa den Ausstoß von CO², Feinstoff, Stickstoffoxiden und Schwefel im Straßenverkehr und der Schifffahrt vermindern möchte. So wie immer ist der Aufbau eines neuen Systems eine Huhn-und-Ei-Geschichte: Sie müssen in ein Distributionsnetzwerk investieren obwohl es noch zu wenig Benutzer gibt, weil … es noch zu wenig Distribution gibt. Belgien hat noch keine LNG Tankstellen da die LKW Flotte noch nicht groß genug ist um die Investitionen zurück zu verdienen. Darum suchten wir einen Transporteur, der in dieses Produkt vertraut und bereit war mit zu investieren“, sagt Van Beurden.

Fluxys fand Spediteur Eric Mattheeuws aus Veurne, der gerade den Markt der Gaslieferanten durchsuchte für einen möglichen Übergang zu LNG für seine eigenen LKW und die Ausbreitung seines Tankstellenangebots. "Wir haben einerseits einen eigenes Transportunternehmen mit den dazugehörigen Kunden und dem entsprechenden Knowhow, andererseits wissen wir wie man eine Tankstelle leitet. Wir suchten einen starken Partner, der eine sichere Gasversorgung gewährleisten kann, Firmensicherheit bietet und national breit aufgestellt ist um auch in Wallonien investieren zu können.“

Die Familie Mattheeuws zählt rund 250 Mitarbeiter in Straßenverkehrsunternehmen in Belgien, Frankreich und Großbritannien, einem Zollbüro, deep sea forwarding und stevedoring in Ostende. Die Gruppe hat 160 eigene LKW und betreibt unter dem Namen Romac Fuels LKW-Tankstellen in Veurne, Ostende, Calais und Dover.

LNG steckt noch in den Kinderschuhen

Fluxys finanziert die offene Tankstelle, die im Laufe dieses Sommers bei Mattheeuws in Veurne betriebsbereit sein wird. Sie soll mit Tankwagen von Zeebrügge aus beliefert werden. Eric Mattheeuws: „Damit ist die logistische Versorgungskette rund. Wir investierten bei der jährlichen Erneuerung unserer Flotte für 1,2 Millionen Euro in 26 LKW, die auf LNG fahren. Mit den Partnern Fluxys, Eni, Volvo Trucks und unserem eigenen Unternehmen Romac Fuels werben wir für LNG als gute Alternative zu Diesel. Zusammenfassend muss es ökonomisch machbar sein. In Belgien steckt LNG als Brennstoff für LKW noch in den Kinderschuhen, aber es kommt. Europa steuert auf einen blue corridor zu: ein Netzwerk von Tankstellen entlang aller europäischen Autobahnen.“

„In den USA, wo die Preise durch die Nutzung von Schiefergas historisch niedrig liegen, boomt LNG als LKW-Brennstoff“, weiß Rudy Van Beurden. „Bei uns in der Nähe sind Bestrebungen in Großbritannien, Niederlande, Schweden, Polen, Spanien und Italien, zusammen genommen gut für ca. 80 LNG Tankstellen. Belgien hat noch keine, daher bleibt hier noch viel zu tun.“

Wie sicher ist die Versorgung in politisch angespannten Zeiten? „Das internationale Erdgasnetz ist so sehr miteinander verbunden, dass das Gas von allen Seiten nach Belgien hereinkommt, sowohl mit Schiffen als auch via Pipelines. Als der Gashahn in der Ukraine vor fünf Jahren zuging fühlten wir nichts davon“, laut Van Beurden.

Ende Februar betankte Fluxys auch das erste LNG angetriebene Schleppschiff der Welt, als dieses vom Schiffsbauer in der Türkei zu seinem Besitzer Statoil in Norwegen auf dem Weg war. (RJ – Foto MVN)

www.fluxys.com
www.mattheeuws.com

In Zusammenarbeit mit apzi:
www.apzi.be
Association Port of Zeebrugge Interests