„Mattheeuws Eric Transport besteht aus zwei Unternehmen, Mattheeuws und Denecker. Als wir März 2012 Interesse an LNG bekamen, begonnen wir mit Volvo, Fluxys, Eni und RomacFuels eine Partnerschaft. Zusammen haben wir mehr als 2,5 Millionen Euro in die erste kommerzielle LNG Tankstation und 26 LKW, die auf LNG-Basis fahren, investiert. Wir denken, dass LNG wirklich zukunftsfähig ist“, sagt Eric Mattheeuws, Geschäftsführer von Mattheeuws Eric Transport.
TM: Diese Tankstelle ist dringend nötig, denn bis jetzt kann man in Belgien kein LNG tanken.
Eric Mattheeuws: „Das stimmt. Zurzeit tanken unsere LKW auch noch in den Niederlanden. Unsere LNG-Tankstation befindet sich noch im Aufbau, aber zu Beginn des Sommers wird sie betriebsbereit sein. RomacFuels, unsere Spin-off, ist Betreiber der Tankstelle. der Tankstelle. Zusammen mit Fluxys, LNG-Spezialist in Europa, baut Romac Fuels nun die Tankstelle. Jeder wird dann dort LNG tanken können“.
TM: Neue Technologien einführen ist nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.
Eric Mattheeuws: „Natürlich haben wir uns das gut überlegt und 2013 einen ersten Lkw getestet, einen Methan-Diesel-Lkw. Dieser wurde aus Schweden importiert, um zu sehen wie er bei uns unter realen Bedingungen funktioniert. Nicht viel später haben wir den ersten LNG-LKW gekauft. Und vier Wochen später gaben wir die Bestellung über 25 LNG-LKW auf.“ .
TM: Es scheint, als wären alle Ergebnisse äußerst positiv.
Eric Mattheeuws: „Der Test war eher eine Bestätigung der Theorie über die LKW. Tatsächlich sorgen wir für die Anwendung der neuen Technologien. Und dabei haben wir auch die Unterstützung der Agentur für Unternehmen erhalten. Es muss immer Vorreiter geben. Daneben gibt es viele Vorteile. LNG ist der sauberste fossile Brennstoff, er ist weniger umweltschädlich und die LKW haben einen Radius von 1.300 bis zu 1.400 Kilometern. Dank des dualen Kraftstoffsystems ist es auch wirtschaftlich. Da wir zurzeit noch in den Niederlanden tanken müssen, fahren noch etwa zehn der 26 LNG-LKW auf Diesel. Aber von dem Moment an, dass unsere Tankstelle läuft, hoffen wir darauf ausschließlich LNG zu verwenden. Wir versuchen auch Allianzen mit anderen Tankstationen zu organisieren. Nächstes Jahr soll so unsere gesamte Flotte auf LNG fahren können, auch im internationalen Verkehr. Der Vorteil ist, dass die LKW in der Zwischenzeit aktiv bleiben und damit pro Monat ca. 1.500 bis 2.000 Euro verdienen, die wir benötigen um die Rechnungen abzubezahlen.“
TM: Wie lange wird es dauern, bis Sie die Investition von 2,5 Millionen Euro zurückverdient haben werden?
Eric Mattheeuws: „In ähnlichen Situationen ist die Amortisationszeit drei bis fünf Jahre. Denn wir sind nicht nur Spediteur sondern auch der Betreiber der Tankstelle RomacFuels und da ist die kritische Masse natürlich sehr wichtig. Wir hoffen bis Ende nächsten Jahres noch bis zu 25 extra LKW durch LNG-LKW zu ersetzen und 25 Nachrüstanlagen zu bauen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der LNG-Tank bis zu 50 Jahre nutzbar ist. Das bedeutet, dass der Tank in einem neuen LKW eingesetzt werden kann, nachdem der erste LKW schon längst abgeschrieben ist. Damit sind es direkt 10.000 Euro, die so zurückgewonnen werden.“
TM: Erfordert LNG andere Sicherheitsbestimmungen?
Eric Mattheeuws: „In Bezug auf die Brandgefahr ist LNG genauso sicher wie Diesel. Die größte Umstellung ist sicherlich das Tanken selbst: Das Produkt ist -160 °C, hier sind beim Tanken eine Schutzbrille und Handschuhe nötig.
Quelle: www.transportmanagement.be